Jahresberichte 2010
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Inhalt
Vorwort
1 Beratungsstelle
1.1 Organisationsstruktur
1.2 Finanzierung
1.3 Zuständigkeitsbereich
2 Arbeitsprinzipien
3 Leistungsangebote
3.1 Gesetzlicher Rahmen
3.2 Regelleistungen
3.2.1 Beratung
3.2.2 Diagnostik
3.2.3 Prävention
3.3 Besondere Angebote
3.3.1 Arbeit vor Ort
3.3.2 Gruppenangebote
4 Qualitätssicherung
4.1 Teamsitzungen
4.2 Evaluation
4.3 Interne und externe Supervision
4.4 Qualifizierung und Fortbildung der MitarbeiterInnen
5 Vernetzung/Kooperation
5.1 Fallbezogene Kooperation
5.2 Fallübergreifende Kooperation
5.3 Gremienarbeit
6 Öffentlichkeitsarbeit
7 Aktuelle Entwicklungen
7.1 Inhaltlich
7.2 Personelle Veränderungen
7.3 Ausblick
8 Leistungsstatistik
8.1 Überblick
8.2 Einzelne Leistungsbereiche
9 Anhang
9.1 Unser Team 2009
9.2 Der Beirat
9.3 Aktuelle Adressen, Kontakte und Ansprechpartner
Vorwort
Liebe Leserinnen und Leser,
im Auftrag des Trägerverbundes der Evangelischen Psychologischen Beratungsstelle lege ich Ihnen hiermit den ausführlichen Jahresbericht für 2009 vor. Er gibt Einblick in eine Vielzahl von statistischen Daten, die Ihnen die unterschiedlichen Beratungsanlässe und Beratungsumfänge ebenso verdeutlichen wie die Vielfalt der Ratsuchenden. Die Daten spiegeln auch diesmal einige allgemeine Veränderungen in unserer Gesellschaft und insbesondere die veränderten Rahmenbedingungen, in denen Familien heutzutage leben.
In diesem Jahr werden wir auf 40 Jahre Erziehungsberatung der evangelischen Dekanate in Mainz und im Landkreis Mainz-Bingen zurückschauen, eine eigene Festschrift sowie die Einladungen zu einer besonderen Veranstaltung zu diesem Anlass am 7. Oktober 2010 werden Sie noch erhalten.
Familien von heute leben in großen Teilen völlig anders als Familien von 1970. Sogar innerhalb des letzten Jahres kann man relevante Veränderungen beschreiben, die sich unter anderem an den folgenden Stichworten festmachen:
1. Betreuung von unter Dreijährigen in den Kindertagesstätten: Es ist eine große Herausforderung für die Einrichtungen, sich dieser Altersgruppe zu öffnen und die Kleinen mit ihren besonderen Bedürfnissen in altersgemischte Gruppen zu integrieren. Hier kommt den Beratungsstellen eine große Aufgabe zu, diese Veränderung zu begleiten, das pädagogische Personal auszubilden und den Familien mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
2. Die Zunahme von Ganztagsschulen und der veränderte Alltag der Schulkinder: Abschied vom Mittagessen zu Hause, Hausaufgaben in der Gruppe, neue Anforderungen an die Gestaltung der Schultage und die vermehrte Berufstätigkeit von beiden Elternteilen verändern die Aufgabenverteilungen in der Familie und die Erwartungen an das Zusammenleben und die außerfamiliären Strukturen.
3. Der Trend zur Zweit- und Drittfamilie und das Pendeln zwischen Vater und Mutter: Mit der Zunahme neuer Formen von Familien wächst die Zahl der Beziehungen, in denen Kinder aufwachsen. Immer neue Rollen müssen eingenommen werden, und vieles passt nicht mehr in die klassischen überlieferten Muster. Neue Verhaltensregeln müssen aufgestellt werden, es gibt immer weniger Übereinstimmung in Erziehungszielen und Erziehungsmaßnahmen. Viele Väter und Mütter sind verunsichert und schwanken zwischen restriktiver Autorität und resignierendem Laissez-faire.
4. Die Zunahme von alten und pflegebedürftigen Menschen in der Gesellschaft: Ob in der Familie oder im Altenheim, die Frage nach der Selbständigkeit oder Abhängigkeit, der Anpassung der Umgebung an die eingeschränkten Möglichkeiten und die Auseinandersetzung mit eigener Krankheit und Tod bewegen die Menschen in zunehmendem Maß. Familie ist nicht nur das Zusammenleben mit Kindern, sondern auch mit der Elterngeneration.
Diese Vielzahl von Herausforderungen macht deutlich, wie vielfältig das Spektrum der Themen in den Beratungsstellen ist. Durch regelmäßige Supervision und Weiterbildung hat sich das Team der Evangelischen Psychologischen Beratungsstelle diesen Herausforderungen gestellt und konnte die Ratsuchenden professionell und effektiv begleiten und ermutigen, viele positive Rückmeldungen zeugen davon. Wir möchten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an dieser Stelle für ihr großes Engagement und ihre zuverlässige Mitarbeit sehr herzlich danken. Sie erfüllen mit ihrer Arbeit unseren Auftrag, auf der Basis unseres christlichen Menschenbildes und evangelischen Selbstverständnisses Menschen ungeachtet ihrer Religionszugehörigkeit und Kultur, ihres Geschlechtes oder ihrer Herkunft zu begleiten, den für sie besten und eigenen Weg zu einem guten Miteinander zu finden.
Wir danken dem Jugend- und Sozialamt der Stadt Mainz und des Kreises Mainz-Bingen, dem Sozialamt, dem Landesministerium und dem Landesjugendamt dafür, dass sie unsere Arbeit unterstützen und begleiten, und freuen uns auf eine gute Kooperation auch in Zukunft.
Für den Trägerverbund der Evangelischen Psychologischen Beratungsstelle
Dr. Birgit Pfeiffer
1 Beratungsstelle
Die Evangelische Psychologische Beratungsstelle wurde als Erziehungsberatungsstelle 1970 von den drei evangelischen Dekanaten Mainz, Ingelheim und Oppenheim gegründet. Bis 2005 war sie ausschließlich als Erziehungsberatungsstelle konzipiert. Bereits zu diesem Zeitpunkt folgte sie einem sehr fortschrittlichen Konzept, das eine Vor-Ort-Arbeit, Sozialraumorientierung und fokussierte Kurzzeitberatung einschloss. 2005 wurde die Stelle zu einer integrierten Beratungsstelle erweitert, so dass für Einwohner der Stadt Mainz neben der Erziehungsberatung auch Lebens- und Paarberatung angeboten werden können. Die Beratungsarbeit ist gekennzeichnet durch Methodenvielfalt, wobei Ansätze der Verhaltenstherapie, der humanistischen Schulen (bspw. Gesprächspsychotherapie) und der systemischen Familientherapie angewandt werden. Besonderer Wert wird auf eine fundierte psychologische Diagnostik gelegt.
Im Jahr 2006 wurde unsere Einrichtung in zwei eigenständige Beratungsstellen aufgeteilt, für den Bereich Stadt Mainz und für den Kreis Mainz-Bingen (ergänzend siehe Jahresbericht epb Kreis Mainz-Bingen).
1.1 Organisationsstruktur
Für unsere Beratungsstelle besteht ein Evangelischer Trägerverbund aus den Evangelischen Dekanaten Mainz, Ingelheim und Oppenheim in Kooperation mit dem Diakonischen Werk Mainz-Bingen. Begleitet wird die Arbeit der Beratungsstelle durch den Beirat, der sich aus Vertretern der vorgenannten Stellen, dem Zentrum für Seelsorge und Beratung sowie dem Leiter der Beratungsstelle zusammensetzt (Abbildung 1).
Abbildung 1: Organisationsstruktur
1.2 Finanzierung
Erziehungsberatung ist nach dem VIII. Buch des Sozialgesetzes (SGB VIII) eine Pflichtleistung öffentlicher Jugendhilfe. In Rheinland-Pfalz werden die Kosten der Erziehungsberatung im Personalkostenbereich vom Land und von der jeweiligen Kommune als örtlichem Jugendhilfeträger bezuschusst. Für die epb Mainz ist dies die Stadt Mainz. Rund 40 Prozent der Gesamtkosten der Beratungsstelle werden aus Eigenmitteln des Trägers, d.h. der evangelischen Kirche Hessen-Nassau, gedeckt.
1.3 Zuständigkeitsbereich
Einzugsgebiet der epb Mainz ist das gesamte Stadtgebiet. Neben der Tätigkeit in der Beratungsstelle arbeiten wir im Bereich der Erziehungsberatung mit vielen Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulen und Stadtteiltreffs in den jeweiligen Sozialräumen zusammen und bieten in diesen Einrichtungen auch Sprechtage vor Ort an (Abbildung 2).
Abbildung 2: aufsuchende Arbeit der epb Mainz/Sozialräume
Die MitarbeiterInnen hatten 2009 folgende lokale Beratungsschwerpunkte:
Frau Hashimi: Marienborn, Gonsenheim, Neustadt, Drais, Weisenau
Frau Ellermann-Boffo: Mombach, Finthen, Hechtsheim, Ebersheim
Herr Roscher: Weisenau, Oberstadt
Frau Ehlert: Oberstadt, Altstadt, Neustadt, Hartenberg-Münchfeld, Lerchenberg, Laubenheim, Bretzenheim
2 Arbeitsprinzipien
Folgende Grundsätze und Methoden bestimmen unsere tägliche Beratungsarbeit:
- Wahrung des Privatgeheimnisses (Verschwiegenheitspflicht)
- Kostenlose Beratung
- Freiwilligkeit (i.d.R.)
- Erwartung aktiver Mitarbeit der Ratsuchenden
- Niederschwelligkeit (durch flexible Öffnungszeiten, vielfältige Zugangsmöglichkeiten)
- Lebensweltorientierung (Hausbesuche, je nach Bedarf Zusammenarbeit mit Kindertagesstätten, Schulen und anderen Einrichtungen)
- Frühzeitige Intervention
- Multidimensionaler Beratungsansatz am Klienten orientiert
- Arbeit nach wissenschaftlich gesicherten Methoden wie z.B. Verhaltens- und Gesprächstherapie, familientherapeutischen und psychodiagnostischen Verfahren
3 Leistungsangebote
3.1 Gesetzlicher Rahmen
Die Beratungsstelle arbeitet vornehmlich im Rahmen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (SGB VIII). Folgende Paragraphen bestimmen dabei unser Arbeitsfeld:
§ 16 Allgemeine Förderung der Erziehung in der Familie:
Dies umfasst in erster Linie niederschwellige Informationsangebote und kurzzeitige Beratungen.
§ 17 Beratung in Fragen der Partnerschaft, Trennung und Scheidung:
Mütter und Väter sowie Kinder haben einen gesetzlichen Anspruch auf Beratung, wenn es gilt, Partnerschaftskonflikte zu bewältigen oder neue Familienkonstellationen und Lebensmodelle zu entwickeln, so dass die Elternverantwortung wieder adäquat wahrgenommen werden kann.
§ 18 Beratung und Unterstützung bei Ausübung der Personensorge und des Umgangsrechtes:
Von Trennung und Scheidung Betroffene haben das Recht auf Unterstützung bei der Ausarbeitung einer tragfähigen Umgangsregelung und eines Erziehungskonzeptes sowie der Festlegung des Lebensmittelpunktes des Kindes.
§ 28 Erziehungsberatung:
Im Rahmen der Hilfen zur Erziehung hilft Erziehungsberatung bei der Bewältigung individueller und familienbezogener Probleme, die ein harmonisches Zusammenleben und eine gesunde Entwicklung der Kinder behindern.
§ 41 Hilfe für junge Volljährige:
Auch nach der Vollendung des 18. Lebensjahres bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres haben junge Menschen das Recht auf Hilfe und Unterstützung bei Lebensfragen und zur Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung.
§ 8a: Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung:
Als „insofern erfahrene Fachkraft“ unterstützen wir Verantwortungsträger aus Kinderbetreuungseinrichtungen, wenn es gilt, Kinder vor Kindeswohlgefährdung zu schützen.
Als integrierte Beratungsstelle können wir aber auch außerhalb des SGB VIII Paaren ohne Kinder, bzw. mit erwachsenen Kindern, Paar- und Familienberatung anbieten. Darüber hinaus können Einzelpersonen, die sich in Lebenskrisen befinden, bzw. psychische Probleme haben, die keiner heilkundlichen Behandlung bedürfen, Beratung und therapeutische Unterstützung in Anspruch nehmen.
Aus diesen gesetzlichen Rahmenbedingungen ergeben sich u.a. folgende Beratungsanlässe:
- Erziehungsfragen der Eltern
- Fragen zu
- psychischen Auffälligkeiten
- Entwicklungsauffälligkeiten
- Lern- und Leistungsbesonderheiten
- Konzentrations- und Aufmerksamkeitsproblemen
- Störungen des Sozialverhaltens (Aggressivität, mangelnde Frustrationstoleranz)
- Wahrnehmungsstörungen
von Kindern und Jugendlichen
- Trennung, Scheidung und Umgangsregelungen
- Verlustsituationen
- Partnerschaftsprobleme
- Familienkonflikte
- Lebenskrisen und Sinnfragen von Erwachsenen
3.2 Regelleistungen
3.2.1 Beratung
- Beratung für Kinder und Jugendliche
- Beratung von Eltern
- Familienberatung
- Trennungs- und Scheidungsberatung/Sorge- und Umgangsberatung
- Krisenintervention (incl. nach §8a)
- Paarberatung
- Lebensberatung
3.2.2 Diagnostik
Wesentlicher Bestandteil unserer Beratungsarbeit ist eine fundierte Diagnostik, die folgende Bereiche umfasst:
- Anamnese
- Verhaltensbeobachtung in Schule, Kindergarten und häuslichem Umfeld
- Leistungsdiagnostik/Teilleistungsdiagnostik (Intelligenz, Einschulung, Schullaufbahn, Legasthenie, Dyskalkulie, Hochbegabung)
- Entwicklungsdiagnostik (AD(H)S, Wahrnehmung, Konzentration, Sozialverhalten, Sprache)
- Persönlichkeitsdiagnostik (Angst, Aggression, Neurotizismus & Extraversion)
- Familiendiagnostik (u.a. bei Trennung/Scheidung)
3.2.3 Prävention
Gemäß den Vereinbarungen mit den öffentlichen Trägern der Jugendhilfe haben wir einen bedeutsamen Anteil unserer Arbeitszeit für präventive Aufgaben genutzt. Im Wesentlichen waren dies:
- Elternabende
- Kinderängste
- Geschwisterrivalität
- Freiheit in Grenzen
- Erziehungsberatung
- Wie unterstütze ich mein Kind in einer Trennungs-/Scheidungssituation?
- Information über weitere Beratungs- und Hilfsmöglichkeiten
- Literaturempfehlungen
- Fortbildungen für Fachkräfte
- Schulfähigkeit fördern
- Elternarbeit
- Kindliche Sexualität
- Vorstellung der epb
- Fallsupervisionen in Kindertagesstätten und Schulen
- Teamsupervision in Kindertagesstätten
3.3 Besondere Angebote
3.3.1 Arbeit vor Ort
Ein Schwerpunkt unserer Einrichtung ist die zugehende Arbeitsweise vor Ort, d.h. wir bieten Information, Diagnostik und Beratung in Kindertagesstätten, Schulen und Stadtteiltreffs an. 2009 wurden insgesamt 50 Einrichtungen in der Stadt Mainz betreut, davon 35 Kinderbetreuungseinrichtungen, 12 Schulen und 3 Stadtteiltreffs.
Es wurden in diesen Einrichtungen 139 halbe Tage als Sprechtage angeboten.
3.3.2 Gruppenangebote
Für Kinder mit Trennungs- und Scheidungserfahrungen fand im Herbst ein Gruppenprogramm statt, das auch eine Begleitung der Eltern beinhaltete.
Acht Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren nahmen über einen Zeitraum von drei Monaten wöchentlich am Programm teil. In erlebnisorientierter, spielerischer Weise konnten sich die Kinder mit ihren Themen, Ängsten und Hoffnungen auseinander setzen. Vorrangiges Ziel war es, die Kinder in ihrem Selbstvertrauen und Reflexionsvermögen zu stärken sowie ihnen in Alltagssituationen alternative Handlungsmöglichkeiten zu eröffnen.
4 Qualitätssicherung
4.1 Teamsitzungen
Die wöchentlichen Teamsitzungen dienen der Klärung organisatorischer Fragen, dem Austausch über aktuelle Entwicklungen, der Arbeit an konzeptionellen Veränderungen und der Planung neuer Projekte.
4.2 Evaluation
Nach abgeschlossener Beratung bitten wir unsere Klienten um eine Rückmeldung zu ihrer Zufriedenheit und zur Effektivität der Beratung. Diese Rückmeldungen spiegelten auch 2009 eine hohe Zufriedenheit wieder. Besonders die von den Eltern als sehr lebenspraktisch empfundenen Hilfestellungen wurden dabei hervorgehoben. Viele Ratsuchende äußerten sich positiv, in wie kurzer Zeit effektive und nachhaltige Ergebnisse erreicht werden konnten.
4.3 Interne und externe Supervision
Es finden regelmäßig Intervisionen im multiprofessionellen Team statt. Ergänzend dazu wird mehrmals jährlich eine externe Supervision durch eine Fachkraft in Anspruch genommen.
4.4 Qualifizierung und Fortbildung der MitarbeiterInnen
Die MitarbeiterInnen nehmen regelmäßig an Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen teil.
Fortbildungen 2009:
- Kindeswohl bei Trennung und Scheidung
- Kinder und häusliche Gewalt – Wege der verbesserten Kooperation
- Leben im Netz. Identität und virtuelle Beziehungen im Computerspiel
- Therapeutische Arbeit mit Kindern
- Kindertagung
- Sprachentwicklungsdiagnostik – Von der Forschung für die Praxis
- Sexualität und Beziehung im Internet
- LAG-Tagung
- bke-Jahrestagung Kinder-Perspektiven
Weiterbildungen 2009:
- Systemische Familientherapie
- Systemisch-lösungsorientierte Familienberatung
- Systemische Kinder- und Jugendlichentherapie
- Entspannungspädagogik
5 Vernetzung/Kooperation
5.1 Fallbezogene Kooperation
In der Einzelfallarbeit sind je nach Fragestellung mit dem Einverständnis der Klienten folgende Stellen beteiligt:
Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulen, Kinderheime, Jugendämter, VerfahrenspflegerInnen, RechtsanwältInnen, PfarrerInnen/Pfarrgemeinden, ErgotherapeutInnen, LogopädInnen, Kinderneurologisches Zentrum, Autismus Therapiezentrum Uniklinik Frankfurt, Sozialpädiatrische Zentren Bad Kreuznach, Klinik für Kommunikationsstörungen, FachärztInnen, psychotherapeutische Praxen, Diakonisches Werk, Fachberatung für Kindergärten, andere Beratungsstellen, Schulpsychologischer Dienst, SchulsozialarbeiterInnen, Internationaler Bund für Soziale Arbeit (IB).
5.2 Fallübergreifende Kooperation
Darüber hinaus kooperieren wir vertrauensvoll mit Einrichtungen wie:
Landesjugendamt, Gerichten, Amt für Jugend und Familie der Stadt Mainz, Dezernat für Soziales, Kinder, Jugend, Schule und Gesundheit der Stadt Mainz, Kinderschutzbund, Kinderschutzzentrum, Caritas-Verband und deren Beratungsstellen, Zentralstelle für Seelsorge und Beratung in Friedberg, Neustadttreff, Pro Familia, Verband allein erziehender Mütter und Väter, evangelische Kirchengemeinden, Evangelische Familienbildung, Telefonseelsorge, Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen, Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Stadtjugendpfarramt, Dekanatsjugendpfarramt, DekanatsjugendpflegerInnen, Universität Mainz (Abbildung 3).
|
5.3 Gremienarbeit
Gerade zur effektiven Nutzung der Ressourcen ist die Vernetzung mit anderen Institutionen in unterschiedlichen Arbeitsgruppen wesentlich. Hierbei geht es einerseits darum, die Kompetenzen und Erfahrungen, die durch die Erziehungsberatungsarbeit erlangt werden, in die öffentliche Diskussion einzubringen. Zum anderen können wertvolle neue Anregungen und Impulse für die eigene Arbeit gewonnen werden. Auch können Klienten effektiver unterstützt werden, da bei Bedarf unkompliziert weitere Stellen der sozialen Angebotslandschaft einbezogen oder Klienten passgenau weiterverwiesen werden können.
An folgenden Arbeitsgruppen haben wir uns 2009 beteiligt:
- Stellenleiterkonferenz Friedberg
- Tagungen der Landesarbeitsgemeinschaft für Erziehungsberatung (LAG)
- Arbeitsgemeinschaft der LeiterInnen der Beratungsstellen (LIBS)
- Beirat epb
- Netzwerk Kind und Sprache
- Kommission Anwalt des Kindes
- Fachtagung Mitarbeitervertretung
- Arbeitskreis Trennung-Scheidung
- Neustadtgruppe
- Mainzer Bündnis für Familien
- Arbeitskreis Stärkung der Elternkompetenz
- Arbeitskreis Kinderbetreuung
- Projekt: Integration durch Sozialraumorientierung
- Soziales Marienborn
- Soziale Stadt (Lerchenberg, Mombach, Neustadt)
- Arbeitskreis „thema erziehen“ in der Stadt Mainz
- Mainzer Netzwerk Kindesschutz
6 Öffentlichkeitsarbeit
Reformationstag
Der evangelische Reformationstag 2009 konnte eine besondere Aufmerksamkeit in der Innenstadt von Mainz für sich verbuchen.
In Kooperation von Evangelischem Dekanat und Diakonischem Werk Hessen-Nassau fand auf dem Platz vor dem Stadttheater ein vielseitiges Programm statt.
Neben der Bühne, auf der musikalische und thematische Beiträge auf viele Zuhörer trafen, konnten die Interessierten sich auch in Informationszelten über kirchliche Einrichtungen und Projekte informieren. An unserem Stand wurden viele Anfragen zu unserer Beratungsarbeit und auch zu persönlichen Lebenslagen beantwortet.
Neujahrsempfang
Am 5. März 2009 veranstaltete die Beratungsstelle im Rahmen der Netzwerkarbeit einen Neujahrsempfang. In lockerer Atmosphäre fand in den Räumen der Beratungsstelle ein kollegialer Austausch mit Mitarbeitern des Jugendamtes, Leitungen verschiedener Kindertagesstätten und kirchlichen Vertretern statt.
Gottesdienste
In der Ingelheimer Versöhnungskirche wurde in Kooperation mit dem Diakonischen Werk und auf Einladung von Pfarrer Fleckenstein am 23.03.2009 ein Diakonie-Gottesdienst zum Thema „Familien helfen“ gefeiert. Dabei wurde die Arbeit der Ehe-, Familien- und Lebensberatung vorgestellt. Ein Baustein des Gottesdienstes war eine kurze szenische Darstellung zur Entstehung eines typischen Paarkonfliktes.
In Kooperation mit dem Diakonischen Werk Mainz-Bingen, der evangelischen Frauenseelsorge, dem Bistum Mainz, der Gemeinde der Altkatholiken Wiesbaden, und dem Dekanat Offenbach fand am 05.09.2009 in der Antoniuskapelle in Mainz, wie in den vergangenen Jahren, ein Gottesdienst für Menschen statt, die von Trennungs- und Scheidungserfahrungen betroffen sind. Der Gottesdienst wurde von allen Kooperationspartnern gemeinsam gestaltet und zog zahlreiche Besucher an.
Konfi-Tage 2009
Auch 2009 fanden wieder die „Konfi-Tage“ statt, ein Kooperationsprojekt mehrerer Kirchengemeinden und Einrichtungen des Ev. Dekanates Mainz unter der Leitung des Stadjugendpfarramtes. Im Rahmen der Konfirmanden-Ralley stellte unsere Beratungsstelle eine Station für die Konfirmanden-Gruppen aus den umliegenden Gemeinden dar. Am 24.09.2009 trafen die Gruppen über den Vormittag verteilt in der Stelle ein, um diverse kleinere Aufgaben zu erfüllen und dabei auch die Beratungsstelle kennenzulernen.
7 Aktuelle Entwicklungen
7.1 Inhaltlich
Wir konnten im letzten Berichtsjahr eine Zunahme von depressiven Tendenzen bei Kindern, besonders in Trennungs- und Scheidungsberatungen, beobachten. Kinder äußerten vermehrt, dass sie sich traurig fühlten, nicht verstanden und einsam; Eltern und Lehrer berichteten, dass die Kinder sich von Gleichaltrigen zurückzogen und/oder sich suizidale Gedanken machten. Wut und Aggression würden sie nur selten oder nicht ausdrücken. Oft sind Konflikte in verschiedenen Lebensbereichen der Kinder die Ursache. Im Vordergrund stehen häufig langfristig unversöhnliche Auseinandersetzungen der Eltern, zwischen denen die Kinder sich bewegen müssen, Kontaktabbruch oder Angst vor Kontaktabbruch zu einem Elternteil, aber auch Lern- und Leistungsprobleme in der Schule, Umzug, der mit einem neuen sozialen Umfeld verbunden ist, und Schwierigkeiten im Umgang mit Gleichaltrigen.
Auch konnten wir vermehrt feststellen, dass Eltern sich in ihrer erzieherischen Verantwortung gegenüber ihren Kindern überfordert fühlten und nicht über ausreichende Ressourcen verfügten, ihren Kindern auch in schwierigen Situationen ausreichend emotionale Stabilität und Sicherheit zu geben. Häufig führte dieses Gefühl von Hilflosigkeit auch zu dem Wunsch, die Verantwortung für die Kinder an Institutionen abgeben zu können.
Obwohl unsere Welt immer vernetzter wird und die Möglichkeiten in Kontakt zu treten immer vielfältiger, steigt die Zahl derer, die unsere Beratungsstelle aufsuchen, weil sie unter großer Einsamkeit leiden. Vielen gelingt es nicht stabile Freundschaften aufzubauen und zu erhalten. Andere sind nach Scheidung oder Trennung mit der Situation konfrontiert, niemanden zu haben, mit dem eine Krise durchgestanden werden kann. Trennungen lösen häufig starke Lebenskrisen aus. Die Ratsuchenden thematisieren große Existenzängste, und mit dem Wegfall des Lebenspartners verlieren die Menschen oft völlig den Boden unter den Füßen. Schnelle Unterstützung ist dann notwendig, und es gibt nur wenige Anlaufstellen, die dies anbieten.
Unter diesem Aspekt ist wohl auch die steigende Zahl derer einzuordnen, die unter schweren psychischen Problemen leiden (z.B. Selbstwertprobleme, psychische Traumata, soziale Ängste, Identitätskrisen, Krisen durch Tod von Angehörigen, Versagensängste, depressive Stimmungslagen) und um Beratung nachsuchen. Die Plätze bei psychologischen Psychotherapeuten sind über Monate hinaus belegt. So wären für schnelle Hilfen nur noch psychiatrische Angebote vorhanden, wobei hier die Hemmschwelle enorm hoch liegt. Es scheint so zu sein, dass Mitarbeiter von Beratungsstellen erste Ansprechpartner für jene Menschen sind, und wir gehen davon aus, dass die Anzahl derer, die unter eben jenen beschriebenen Problemen leiden, auf dem Boden der gegenwärtigen gesellschaftlichen und sozialpolitischen Veränderungen noch zunehmen wird.
7.2 Personelle Veränderungen
Zum 31.1.2009 schied Frau Saß aus dem Team aus. Ihre Nachfolge trat am 01.02.2009 Frau Ehlert an. Frau Wolcke schloss zum Ende des Jahres die passive Phase ihrer Altersteilzeit ab und ging in den Ruhestand.
7.3 Ausblick
Im Juni und Juli finden in Mainz der Evangelische Jugendkirchentag und in Hahnheim der Dekanatskirchentag des Dekanates Oppenheim statt. An beiden Veranstaltungen werden wir mit einem Informationsstand vertreten sein.
Im Oktober feiern wir das 40-jährige Bestehen unserer Beratungsstelle. Die Jubiläumsfeier wird in Mainz in einem angemessen Rahmen stattfinden.
8 Leistungsstatistik
8.1 Überblick
|
Fallzahlen |
|
|
Gesamtzahl der Fälle |
520 |
|
Gesamtzahl der abgeschlossenen Fälle |
402 |
|
Beratungszeit in Takten (1 Beratungstakt = 10 Min.) |
20.105 |
|
Neuzugänge/Übernahmen vom Vorjahr |
|
|
Neuzugänge |
436 |
|
Übernahmen vom Vorjahr |
84 |
|
Geschlecht |
|
|
weiblich |
255 |
|
männlich |
265 |
|
Altersverteilung im Berichtsjahr 2009 |
|||
|
|
weiblich |
männlich |
gesamt |
|
< 3Jahre |
7 |
7 |
14 |
|
3 bis unter 6 Jahren |
54 |
90 |
144 |
|
6 bis unter 9 Jahren |
45 |
55 |
100 |
|
9 bis unter 12 Jahren |
31 |
40 |
71 |
|
12 bis unter 15 Jahren |
30 |
32 |
62 |
|
15 bis unter 18 Jahren |
23 |
16 |
39 |
|
18 bis unter 21 Jahren |
7 |
0 |
7 |
|
21 bis unter 24 Jahren |
1 |
0 |
1 |
|
24 bis unter 27 Jahren |
0 |
0 |
0 |
|
> 27 Jahre (EFL) |
57 |
25 |
82 |
|
Nationalität |
|
|
deutsch |
380 |
|
nicht deutsch |
140 |
|
Beratungsdauer abgeschl. Fälle (N=402) |
|
|
< ½ Jahr (3-6 Mon.) |
358 |
|
< 1 Jahr (½ -1J.) |
32 |
|
< 2 Jahre (1-2 J.) |
7 |
|
< 3 Jahre (2-3 J.) |
5 |
|
Wartezeiten |
|
|
bis 24 Stunden |
63 |
|
bis 4 Wochen |
415 |
|
Bis 8 Wochen |
40 |
|
Bis 12 Wochen |
2 |
|
> 12 Wochen |
0 |
|
EB Beratungsanlässe |
% |
|
Entwicklungs-/ Verhaltensauffälligkeiten |
51,82 |
|
Beziehungsprobleme i. d. Familie |
14,61 |
|
Schul-/Ausbildungsprobleme |
8,24 |
|
Straftat |
0 |
|
Suchtprobleme |
0 |
|
Anzeichen von Kindesmisshandlung |
0,23 |
|
Missbrauch |
0 |
|
Trennung/Scheidung |
23,51 |
|
sonstige Probleme |
1,59 |
|
|
|
|
EFL Beratungsanlässe |
% |
|
Beziehungsprobleme, -krisen |
37,97 |
|
Trennung/Scheidung |
29,63 |
|
Sonstige |
32,40 |
|
Formen der Beratung |
% |
|
junger Mensch alleine |
9,23 |
|
junger Mensch in einer Gruppe |
2,69 |
|
Eltern alleine |
51,92 |
|
Eltern in einer Gruppe |
3,08 |
|
Familie |
17,31 |
|
Klient allein oder Paar (EFL) |
15,77 |
|
Beendigungsgründe |
% |
|
einvernehmlich beendet |
88,55 |
|
6 Monate nach letztem Kontakt |
0,50 |
|
Weiterverweisung / sonstige Beendigung |
10,95 |
|
Anregung zur Beratung |
% |
|
frühere Beratung |
19,23 |
|
eigene Öffentlichkeitsarbeit |
15,96 |
|
andere Klienten |
4,62 |
|
sonstige Bekannte/Verwandte |
4,42 |
|
Kindertagesstätten |
26,15 |
|
Schule |
5,77 |
|
Familienmitglieder |
3,27 |
|
Arzt/Med. Dienste |
4,42 |
|
Ämter/Soziale Dienste |
6,34 |
|
Andere Beratungsstellen |
1,54 |
|
Andere kirchliche Dienste |
1,35 |
|
Anwalt/Gericht |
0,20 |
|
Sonstige |
6,73 |
|
Fallbezogene Zusammenarbeit/Kooperation |
% |
|
Jugendamt |
17,14 |
|
Schulen |
10,27 |
|
Kindertagesstätten |
64,91 |
|
Kirchliche Dienste |
1,15 |
|
Medizinische Dienste |
4,8 |
8.2 Einzelne Leistungsbereiche
Fallzahlen
Für den Berichtszeitraum können wir 520 Fälle verzeichnen. 402 davon konnten 2009 auch abgeschlossen werden (Abbildung 4). Die Beratungsleistung konnte sowohl im Hinblick auf die Fallzahl als auch die Beratungstakte trotz der langen Erkrankung des Leiters aufgefangen werden. Möglich war dies durch Stundenerhöhungen von teilzeitbeschäftigten Mitarbeiterinnen.
Abbildung 4: Fallzahlen
Alters- und Geschlechtsverteilung
Wie in den Jahren zuvor gilt auch in diesem Bericht, dass das Kindergartenalter die stärkste Gruppe unserer Klienten darstellt. Mit zunehmendem Alter nimmt die Anmeldefrequenz stetig ab.
Die Geschlechtsverteilung zwischen männlichen und weiblichen Klienten ist über alle Fälle hinweg annähernd ausgeglichen (49% weiblich, 51% männlich). In den verschiedenen Altersgruppen ergeben sich allerdings deutliche Unterschiede. Während bei Vorschulkindern überwiegend Jungen Anlass der Beratung sind, kehrt sich dieses Verhältnis in der Beratung Erwachsener um. Dieser Befund entspricht der empirischen Forschung und lässt sich durch eine höhere Aufgeschlossenheit von Frauen für beratungsrelevante Themen erklären.
Abbildung 5: Alters- und Geschlechtsverteilung
Nationalität
Gegenüber dem Vorjahr konnten wir den Anteil an Beratungen von Familien mit Migrationshintergrund steigern (Abbildung 6). Dabei ist der Anteil an muslimischen Ratsuchenden deutlich gestiegen und stellt die größte Gruppe dar.
Abbildung 6: Nationalität
Beratungsdauer
Ebenfalls kennzeichnet unsere Arbeit, dass wir die meisten Beratungsfälle innerhalb von 3-6 Monaten abschließen konnten. Beratungszeiten über 12 Monate hinausgehend sind die Ausnahme.
Abbildung 7: Beratungsdauer
Die folgende Grafik (Abbildung 8) zeigt die prozentuale Aufteilung der Fälle und des Zeitbedarfs (Beratungseinheiten) nach Einmal-, Kurzzeit- und Langzeitberatung. Es wird darin deutlich, dass die Gruppe der Kurzzeitberatungen (2-5 Sitzungen) den größten Anteil der Fälle darstellt und anteilig die meiste Beratungszeit beansprucht. Zumeist sind dies Erziehungsberatungen. Auch bei der Einmalberatung geht es vorwiegend um Erziehungsfragen. Charakteristisch für eine niederschwellige präventive Erziehungsberatungsarbeit ist der hohe Anteil an Einmalberatungen. Durch die enge Kooperation mit den Kindertagesstätten können sich Eltern schon sehr frühzeitig an die Beratungsstelle wenden, so dass längerfristige Beratungen und andere Hilfen zur Erziehung reduziert werden können.
Bei Langzeitberatungen (ab 5 Sitzungen) handelt es sich vorrangig um Paar-, Trennungs-, Scheidungs- und Lebensberatungen, die einer längeren Begleitung und Kontinuität bedürfen.
Abbildung 8: Fälle und Beratungstakte aufgeteilt nach Beratungsdauer
Wartezeiten
Wie in den vergangenen Jahren konnte auch im abgelaufenen Jahr der weitgehend überwiegende Teil der Ratsuchenden innerhalb von 2-4 Wochen einen ersten Beratungstermin bekommen. Wartezeiten von mehr als vier Wochen waren eher die Ausnahme (Abbildung 9).
Abbildung 9: Wartezeiten
Beratungsanlässe
Die Beratungsanlässe im Bereich der Erziehungsberatung beziehen sich im Schwerpunkt auf Entwicklungs- und Verhaltensauffälligkeiten. Aber auch erzieherische Probleme bei Trennung und Scheidung sowie Umgang machen einen erheblichen Anteil der Beratungsgespräche aus. Beziehungsprobleme in der Familie und Konflikte in der Schule und bei der Ausbildung sind weitere Beratungsschwerpunkte.
Abbildung 10: Beratungsanlässe in der Erziehungsberatung
Beratungsanlässe in der Ehe-, Familien- und Lebensberatung waren in erster Linie Fragen der Partnerschaft bzw. Trennung und Scheidung (Abbildung 11).
Abbildung 11: Beratungsanlässe in der Ehe-, Familien- und Lebensberatung
Die Aufstellung der Leistung nach den vier Leistungsgruppen (Abbildung 12) lässt erkennen, dass sowohl in Bezug auf die Fallzahlen als auch die Beratungstakte die Erziehungsberatung der hauptsächliche Schwerpunkt der Arbeit darstellt. Allerdings gibt es gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme im Bereich der Trennungs- und Scheidungsberatung.
Die Beratungstakte der Leistungsgruppen 2 und 3 nähern sich einander an (LG 2: 41%, LG 3 48%).Die Leistungsgruppe 1 ist kaum besetzt. Elternabende, Gruppen, Informationsveranstaltungen etc. sind in fallübergreifenden Veranstaltungen zusammengefasst.
Abbildung 12: Fälle und Beratungstakte nach Leistungsgruppen
Formen der Beratung
Wie für die Erziehungsberatung typisch, stellt die Elternberatung mit 52% die überwiegende Beratungsform dar. Am zweithäufigsten findet Beratung mit der gesamten Familie statt (17%). In 9% der Fälle wurden junge Ratsuchende ohne deren Eltern beraten. In 16% der Fälle nahmen einzelne Klienten oder Paare Beratung in Anspruch (Ehe-, Familien- und Lebensberatung).
Abbildung 13: Formen der Beratung
Vor Ort Arbeit
Der Vor-Ort-Arbeit und der Sozialraumorientierung kommt in unserer Konzeption eine tragende Bedeutung zu. Bei der Langzeitberatung (121 Fälle) wurde bei 72% der Fälle zumindest eine Beratung im Lebensumfeld des Kindes erbracht. Auch in der Einmal- und Kurzzeitberatung finden ähnlich häufig Kontakte im Lebensumfeld des Kindes statt.
Anregung zur Beratung
Es entspricht unserem Vor-Ort-Konzept, dass die Anregung zur Beratung am häufigsten durch Kindertagesstätten erfolgte. Auch durch frühere Beratungen und unsere Öffentlichkeitsarbeit (Aushänge etc.) kam ein großer Teil unserer KlientInnen in die Beratungsstelle. Die direkte Vermittlung durch das Jugendamt betraf 7,5% der Fälle.
Abbildung 14: Anregung zur Beratung
Fallbezogene Kooperationen
Die Beratungsstelle kooperiert eng mit den Kindertagesstätten, dem Jugendamt und den Schulen und ist gut im Netzwerk der erzieherischen Hilfsangebote eingebunden.
Abbildung 15: Fallbezogene Kooperationen
9 Anhang
9.1 Unser Team 2009
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Walter Roscher, Leiter der Beratungsstelle |
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HA 1/2 |
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Diplom-Psychologe Psychologischer Psychotherapeut Verhaltens-, Familien- und Gesprächspsychotherapeut Zert. Erziehungs- und Familienberater bke Supervisor
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Kathrin Ellermann-Boffo |
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HA 1/2 |
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Diplom-Sozialarbeiterin Systemische Paar- und Familientherapeutin (DGSF)
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Nadja Hashimi |
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HA 1/2 |
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Diplom-Psychologin Systemisch-lösungsorientierte Familienberaterin (in Ausbildung)
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Sabine Kellermann |
HA 1/2 |
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Diplom-Sozialpädagogin Personenzentrierte Beraterin (GWG) Körpertherapeutin Systemische Paar- und Familienberaterin
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Christina Saß (bis Januar 2009) |
HA 1/2 |
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Diplom-Psychologin Psychologische Psychotherapeutin VT (in Ausbildung)
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Claudia Ehlert (seit Februar 2009) |
HA 1/1 |
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Diplom-Psychologin Personenzentrierte Beraterin (GWG)
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Silke Rodeit |
Honorarkraft |
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Diplom-Psychologin Systemische Familienberaterin
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Erika Zaft |
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HA 1/2 |
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Sekretärin
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9.2 Der Beirat
Herr Dekan Pfr. M. Graebsch
Dekanat Oppenheim, Vorsitzender des Beirates
Frau Dr. B. Pfeiffer
Dekanat Mainz, Präses, Geschäftsführendes Beiratsmitglied
Frau Dekanin Pfr. A Stegmann
Dekanat Ingelheim
Herr Dipl.-Soz.-Päd. G. Steitz
Leiter des Diakonischen Werkes Mainz-Bingen
Herr Dipl.-Psych. W. Kinzinger
Zentrum Seelsorge und Beratung der EKHN in Friedberg, Fachberater
Herr Dipl.-Psych. W. Roscher
Leiter der epb Mainz und Mainz-Bingen
9.3 Aktuelle Adressen, Kontakte und Ansprechpartner
Evangelische Psychologische Beratungsstelle der Evangelischen Dekanate Mainz, Ingelheim und Oppenheim in Kooperation mit dem Diakonischen Werk Mainz-Bingen
Kaiserstrasse 37, 55116 Mainz
Sekretariat
Frau Zaft Tel.: 06131/965540
Frau Ludenia Fax: 06131/965549
Mo. - Fr. 8.00 - 12.00 Uhr E-mail: epbMainz@t-online.de
Mo. und Di. 13.00 - 16.00 Uhr www.Erziehungsberatung-Mainz.de
Do. 13.00 - 17.00 Uhr
E-Mail-Adressen der Mitarbeiter
Herr Roscher, Dipl.-Psychologe, Leiter der Beratungsstelle, roscher@erziehungsberatung-mainz.de
Frau Ellermann-Boffo, Dipl.-Sozialarbeiterin, ellermann-boffo@erziehungsberatung-mainz.de
Frau Hashimi, Dipl.-Psychologin, hashimi@erziehungsberatung-mainz.de
Frau Kellermann, Dipl.-Sozialpädagogin, kellermann@erziehungsberatung-mainz.de
Frau Ehlert, Dipl.-Psychologin, ehlert@erziehungsberatung-mainz.de
Frau Zaft, Sekretärin, epbMainz@t-online.de
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Evangelische Erziehungsberatungsstelle Mainz
Kaiserstraße 37, 55116 Mainz
Telefon: 06131-965540, Telefax: 06131-965549